Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Sachsen fordert angesichts der hohen Kraftstoffpreise infolge des Irankrieges eine spürbare und sofort wirksame Entlastung für Betriebe, Pendler und Familien. Gerade im ländlichen Raum sind viele Arbeitnehmer und Unternehmen auf das Auto angewiesen. Für Handwerk, Pflege, Logistik, Außendienst und den gesamten Mittelstand ist Mobilität daher keine Nebensache, sondern Voraussetzung für tägliche Arbeit und wirtschaftlichen Erfolg.
Ein erheblicher Teil der Spritpreise in Deutschland ist staatlich verursacht. Auf jeden Liter Benzin entfallen derzeit 65,45 Cent Energiesteuer, auf jeden Liter Diesel 47,04 Cent. Zusätzlich wird auf den gesamten Kraftstoffpreis und damit sogar auf die Energiesteuer noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent erhoben. Hinzu kommt der CO₂-Preis im nationalen Emissionshandel, der 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegt und die Kraftstoffe um rund 15 bis 18 Cent je Liter Benzin sowie rund 17 bis 20 Cent je Liter Diesel zusätzlich verteuert. Damit verdient der Staat an jedem Liter Kraftstoff kräftig mit.
Deutschland liegt mit dieser steuerlichen Belastung von Kraftstoffen seit Jahren deutlich über dem europäischen Mindestniveau, welches bei 359 Euro je 1.000 Liter Benzin und 330 Euro je 1.000 Liter Diesel liegt. Deutschland erhebt dagegen 654,50 Euro je 1.000 Liter Benzin und 470,40 Euro je 1.000 Liter Diesel. Diese Differenz ist politisch gewollt und kann in Krisenzeiten wie dieser auch wieder politisch geändert werden.
Die Vorsitzende der MIT Sachsen, Nora Seitz, erklärt dazu: „Die hohen Spritpreise belasten Arbeitnehmer und Mittelstand jeden Tag. Gerade in Sachsen sind viele Menschen auf das Auto angewiesen, um zur Arbeit zu kommen und ihren Betrieb am Laufen zu halten. Es kann nicht sein, dass der Staat an jedem Liter kräftig mitverdient. Deshalb fordern wir, die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das europäische Mindestmaß zu senken und den CO₂-Preis zeitweise abzusenken. Das wäre eine schnelle, unbürokratische und spürbare Entlastung für Betriebe, Pendler und Autofahrer.“
Aus Sicht der MIT Sachsen braucht es jetzt vor allem spürbare Entlastungen statt neuer Debatten und Eingriffe in den Markt. Wer den Mittelstand stärken, Arbeitsplätze sichern und Mobilität bezahlbar halten will, muss die staatlich verursachten Preisbestandteile senken. Eine Absenkung der Energiesteuer auf das europäische Mindestmaß sowie eine zeitweise Senkung des CO₂-Preises wären ein wirksamer erster Entlastungsschritt.
Dresden, den 09.04.2026

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